Mit dem Wohnmobil nach Quedlinburg

Mit dem Wohnmobil nach Quedlinburg

Quedlinburg ist eine der schönen alten Städte, die man selbst bei schlechtem Wetter wunderbar erkunden kann. Hier gibt es herrliche alte Gassen samt Bebauung zu bestaunen, egal ob es sonnig oder wolkig ist.

Es gibt aber auch jede Menge Touristen, die mit PKW, Bus oder halt Wohnmobil anreisen. Wer mit seinem Wohnmobil über Nacht bleiben möchte, bekommt 3 Stellplätze angeboten. Man liest allerlei über Ausstattung und Qualität im Internet.

Wir haben uns für den Stellplatz am Marschlinger Hof (N  51.791407 und E  11.139712) entschieden und wurden nicht enttäuscht. Das Gelände ist ein großer Parkplatz, der hauptsächlich von Reisebussen genutzt wird. Denen wird auch ausgiebig Platz eingeräumt. Auf einem kleinen Teil ist ein PKW Parkplatz eingerichtet. Für Wohnmobile sind 7 Stellplatze vorgesehen. Das ist nicht viel und man muss schon Glück haben, einen freien zu ergattern. 24 h kosten hier (wie wohl auch an den anderen beiden Stellplätzen der Stadt) 10 € plus pauschal 5 € Kurtaxe. Strom kann gegen Gebühr entnommen werden, wenn eine Dose frei ist. Am Platz befindet sich eine kleine Information und eine Toilette, die während der Öffnungszeiten gegen Endgeld genutzt werden kann. Während der Nacht ist der Platz angenehm ruhig.

Empfehlung:
Das Eis vom Eiscafe Blumenbund am Markt. Besonders das Fruchteis ist der Hammer!

Geocaching:
Natürlich kann man sich auch hier wieder von den gelegten Caches durch die Stadt treiben lassen. Besonders empfehlenswert sind hier die Multis, von denen man gezielt geführt wird. Hier noch 2 Hinweise:

Bei „Alte Glasmanufaktur“ werden am 2. Wegpunkt 2 Buchstaben gesucht. Lt. der Einträge hat das oft zu Verwirrungen geführt. Ich empfehle hier, die Aufmerksamkeit auf eine Gebäudeecke zu legen.
Bei „Schatz am DOM“  Magnetheber nicht vergessen!

Wernigerode

Wernigerode

Wernigerode ist schön. Nicht nur die Stadt mit ihren gemütlichen Gassen und dem Schloss oben drüber. Auch der Stellplatz für Wohnmobile quasi mitten in der Stadt. Dort gibt es Strom, Toiletten, Ver- und Entsorgung für geringes Geld. In 5 Minuten ist man im Stadtzentrum und wer schnell läuft, steht 10 Minuten später oben im Schloßhof. Die Aussicht von oben über die Stadt ist wirklich beeindruckend. Ein Muss ist auf jeden Fall ein nächtlicher Spaziergang durch die Gassen im Stadtzentrum.

Kulinarischer Rat Nr. 1:
Es gibt da ein hochpreisiges italienisches Restaurant, dass sich auch als Pizzeria bezeichnet: Restaurant und Pizzeria „La Collina„. Was mir dort als Pizza angeboten wurde, hatte den Namen nicht verdient. Wer, wie ich, ein absoluter Pizzaliebhaber ist, braucht da gar nicht erst hinzugehen. Zur Qualität der anderen angebotenen Speisen kann ich nichts sagen.

Kulinarischer Rat Nr. 2:
Wer an einem Freitag, vielleicht auch an anderen Tagen, ein Abendessen in einer der zahlreichen Lokalitäten im Zentrum plant, sollte unbedingt reservieren. Es klingt fast unglaublich, aber bis auf die beiden besten Hotels am Markt mit den passenden Preisen und einem Café am Markt war an „meinem“ Freitag kein Platz mehr zu bekommen. Überall im Stadtzentrum irrten Touristen frustriert von Kneipentür zu Kneipentür.

Thale

Thale

Warum reisen die meisten Harzbesucher nach Thale? Um Rosstrappe und Hexentanzplatz zu besuchen. Warum tun sie das selbst bei Nebel und Sichtweiten um die 20 Meter? Man muss bei solch einem Wetter auf dem Hexentanzplatz gewesen sein, um den Grund zu erfahren. Es ist dieses Foto oben. Bei Nebel gibt es nicht viel zu fotografieren, aber für diesem Bronzehintern wurden Kameras und Smartphones ausgepackt. Klar, an solchen Tagen ist das Sonne und Mond zugleich.

Man kann mit dem Auto hinauf fahren, wird aber sicher meist die Kabinenbahn nehmen, oder zu Fuß gehen. Vor Ort herrscht das einfache Konzept, den Touristen überall Geld abzuknöpfen. Kopfstehendes Haus, Hexenshow, Museum, Walpurgishalle, Toiletten – überall wird extra Eintritt verlangt. Das wird an anderen Orten geschickter gemacht und in Paketpreisen verpackt.

Für Wohnmobilisten bietet sich das Übernachten auf einem kostenfreien Besucherparkplatz an (den Schildern zum „Parkplatz Seilbahnen“ folgen, oder N 51.44.49 und O 11.1.28). Die Talstation mit Toiletten ist ca. 300 Meter entfernt und die Ortsmitte ist auch nicht weit. Allerdings gibt es keine Ver- und Entsorgung. Das sollte aber niemanden abhalten.

Bad Lauterberg im Harz

Bad Lauterberg im Harz

Direkt am „Vitamar“-Erlebnisbad finden Wohnmobilreisende 5 kostenfreie Stellplätze (N 51.38.02 und O 10.29.16). Die Toiletten im Bad können von 9 bis 22 Uhr genutzt werden und direkt vor Ort gibt es eine Ver- und Entsorgungsstation. Das Zentrum von Bad Lauterberg ist reichlich einen 1 km entfernt. Für den angenehmen Fußmarsch kann ich zwei Routen empfehlen. Ausgangspunkt ist für beide der Kreuzungsbereich gleich nach dem Einbiegen von der Bundesstraße (Richtung Bad).

Schaut man von dort über die Bundesstraße, sieht man halbrechts einen über Treppen steil ansteigenden Weg in den Wald, ausgeschildert Richtung Bismarckturm. Nach wenigen Stufen führt der Weg angenehm flach nach links als Rundweg Richtung Stadt. Der zweite Weg führt vom Ausgangspunkt durch die parallele Nebenstraße der Bundesstraße und den Kurpark ins Zentrum.

Der Kurort ist staatlich anerkanntes Kneipp-Heilbad und Schroth-Kurort und das kann man an jeder Ecke lesen. Man kann das aber auch übersehen und einfach nur durch das wirklich schöne Stadtzentrum um die Hauptstraße spazieren. Gleich neben dem Marktplatz besteht die Möglichkeit mit einer Seilbahn auf den Hausberg zu fahren. Von oben hat man dann eine sehr schöne Aussicht über die Stadt. Abwärts kann gewandert werden, reichlich 1 km ist der Weg lang.

Burg Falkenstein – das Burgfest

Burg Falkenstein – das Burgfest

Die Burg Falkenstein kenne ich nur, weil ich „Spuk unterm Riesenrad“ gesehen habe. Daher ist es schon komisch, dass ausgerechnet, wenn ich sie das erste Mal besuche, ein großes Event stattfindet. Tipp: Vom 03.-06. Oktober feiern die hier (wie vielleicht jedes Jahr) das Burgfest.

Zwei Drachen und viele Ritter spielen dabei die Hauptrollen, sie ziehen mehrfach durch die Burganlage. Kinder können sich zu Knappen ausbilden lassen und werden Teil des Spektakels. Das dauert zwar ein paar Stunden, ist für die Kleinen aber eine Riesennummer. Am Ende werden sie zu Rittern geschlagen

Pro Tag ist man als Familie mit 20 € (2013) dabei, inklusive Eintritt in die Burg. Ohne Kinder muss man für den Preis sicher Fan sein. Viele Besucher reisen gar schon in ihren „Trachten“ an. Mit Kindern ist das aber vertretbar, wenn man den ganzen Tag für den Besuch eingeplant hat.

Womo-Stellplatz: Für Wohnmobilisten gibt es am Fuße der Burg eine Parkplatz, auf dem man für 2 € Parkgebühr auch übernachten kann. Zumindest während der Öffnungszeiten der Information können für 0,25 € die angrenzenden Toiletten benutzt werden.

Schierke und der Brocken

Schierke und der Brocken

Wenn im Harz Rauch aufsteigt, muss nicht immer die Feuerwehr ausrücken. Oft ist einfach nur die Harzer Schmalspurbahn (HSB) unterwegs.

Der Brocken und das Wohnmobil passen in Schierke wahrscheinlich am besten zusammen. Zugegeben, ich habe nicht wirklich einen Vergleich, aber die Bedingungen sind hier einfach optimal. Höher am Gipfel kann man wohl sonst nirgendwo parken und Möglichkeiten dafür gibt es hier viele.

Womo-Stellplatz (2013): Wir stehen auf dem Parkplatz an dieser Art Sommerrodelbahn (N 51.45.856 und O 010.40.056) für 5 € Tagesparkgebühr. Einige Autometer weiter im Ort ist dies zu den gleichen Konditionen, aber ruhiger, auch auf dem Parkplatz an der alten Schule (?) möglich (eine Einfahrt nach dem „Niedrig Preis“ Supermarkt). Für Campingplatzfans gibt es den „Harz-Camping“, eine kleine, gemütliche Anlage, die ganzjährig geöffnet ist. Von da ist der Weg zum Brocken ca. 2 km länger, was wohl niemanden stört, denn der Platz ist voll und selbst bei Nachttemperaturen knapp über 0 Grad noch mit vielen Zelten belegt.

Schierke liegt in ca. 618 m Höhe. Bis zum Brocken (1.141 m) fehlen somit 523 Höhenmeter. Bis zum Gipfel sind es knapp 8 km. Zwei Stunden werden angegeben, wir brauchen mit den Kindern 3h 10″. Der kürzeste Weg führt uns über „Stock und Stein“ steil durch den Wald nach oben und ist für die Kleinen Herausforderung und Abenteuer zugleich. Mehrmals kreuzen die Schienen der HSB unseren Wald-Weg. WIR sind dabei nicht WIR allein, sondern ganze Busladungen Menschen mit dem gleichen Ziel. Stellenweise kommt man sich vor wie auf einer Massendemonstration. Auf dem Brocken das gleiche Bild. Menschenmassen! Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es halt eine Attraktion wie viele andere und von Touristen überlaufen. Nur ist es das Letzte, worauf wir im Naturschutzgebiet Harz vorbereitet sind. Man muss nicht nur auf Waldwegen nach oben kraxeln, die Brockenstraße ist asphaltiert und führt über 2 Mehrkilometer auch nach oben.

Einfach mal kurz in den Büschen verschwinden, ist bei dem Touristenaufkommen nicht jedermanns Sache. Darum wissend, hat der Markt die Regie übernommen und an den wenigen Toiletten in der Umgebung die Preise auf 1€ (in Worten: einen Euro) festgesetzt. Das Schlimme dabei sind trotz allem die bleibenden Schlangen vor den „Hütten“. Bald werden wir dort eine Zwei vor dem Komma sehen und die Schlangen werden immer noch da sein.

Gleiches gilt für die HSB. 21 € (2013) pro Erwachsenem für eine Fahrt, egal wohin, sind eine Frechheit und eine Ausnutzung des örtlichen Monopols. An Tagen wie dem heutigen mit diesem enormen Menschenansturm ist diese Bahn nicht einmal in der Lage, den Mengen „Transportgut“ Herr zu werden. Die Züge sind vollgerammelt und man kann von Glück sagen, wenn es gelingt einen Platz auf den Plattformen außerhalb der vollen Wagons zu ergattern.

Nichts desto Trotz: Der Harz ist schön! Wir hatten das Glück, vom Brocken zwar nicht superklar, aber immerhin ziemlich weit ins Land hinaus schauen zu können. Das wäre schon am nächsten Tag nicht mehr möglich gewesen. Es regnet von früh bis spät und die Wolken hängen ungefähr in 700 m fest.