Loch Lomond mit dem Wohnmobil

Loch Lomond mit dem Wohnmobil

Von Norden kommend macht es richtig Spaß, die Uferstraße entlang zu fahren. Die Straße ist eng und kurvenreich und immer wieder hat man herrliche Ausblicke über den Loch Lomond. Der See ist 39 km lang, bis zu 8 km breit und bis zu 190 m tief. Während am Ostufer der Wanderweg „West Highland Way“ verläuft führt entlang des Westufers die A82 den Fahrzeug- und der „West Loch Lomond cycle path“ den Fahrradverkehr entlang des Sees. Der Fahrradweg ist 28 km lang, startet in Balloch und endet in Tarbet.

Will man an den Ufern des Sees übernachten, gibt es leider  nicht viele Möglichkeiten. In Luss befindet sich ein Campingplatz, der allerdings eine Clubmitgliedschaft im „Camping an Caravanning Club“ voraussetzt. Bleibt nur der Campingplatz „Lomond Woods Holiday Park“ in Balloch am südlichen Ende des Sees. Das ist eine nette Anlage in fußläufiger Entfernung zum Wasser. Im Hafen kann man das „Sea Life Loch Lomond Aquarium“ besichtigen. Mit Kindern kommt man daran ohnehin nicht vorbei.

Edinburgh mit dem Wohnmobil

Edinburgh mit dem Wohnmobil

Wenn man zum ersten Mal in Schottland ist, gehört ein Abstecher in die schottische Hauptstadt Edinburgh dazu. Zum Übernachten gibt es für Wohnmobile nicht so viel Auswahl. Der Campingplatz „Mortonhall“ ist eine gute Möglichkeit, auch wenn er dem Vergleich zu seinem Schwesternplatz „Belhaven Bay“ in Dunbar nicht standhält.

Anbindung an den Nahverkehr. Die Buslinie 11 hält direkt am Platz und Tickets können zwischen 8 und 14 Uhr in einem speziellen Ticketbus vor dem Platz gekauft werden. In das Stadtzentrum geht es nach rechts, also von der Haltestelle auf der gegenüber liegenden Straßenseite. In ca. 20 Minuten Busfahrt ist man dort. Schon diese Fahrt macht auf der oberen Etage des Doppelstockbusses viel Spaß.

Für Stadtrundfahrten muss an der Haltestelle Princess Street ausgestiegen werden. 200 Meter weiter, an der Waverley Station, starten die Sightseeing Busse. Davon gibt es reichlich und sie fahren in kurzen Taktzeiten. Je nach den persönlichen Vorlieben sind verschiedene Ticketkombinationen möglich. Da während eines zweitägigen Aufenthaltes niemals alles gesehen und besichtigt werden kann, müssen Prioritäten gesetzt werden. Für uns hieß das, unabhängig vom Wetter einen allgemeinen Überblick zu bekommen. Wir haben uns daher für ein 48 h Ticket entschieden. Mit einem Familienticket für 84 £ konnten wir in dieser Zeit unbegrenzt alle Stadtrundfahrten und eine Bootstour durch die drei bekannten Edinburgh-Brücken „Forth Road Bridge“, „Forth Rail Bridge“ und „Queensferry Bridge“ hin zur Insel Inchcolm machen.

Mit diesem Programm sind zwei Tage gut zu füllen und man kann die Zeit starker Regengüsse mit Busfahrten durch die Stadt wunderbar füllen. Zeit, um zu Fuß bergauf und -ab durch die Altstadt zu stiefeln, bleibt dabei auch noch. Das muss man aber mögen.

So schön und interessant die Altstadt gebaut ist, so lästig sind die Unmengen Touristen. Während man die von den Oberdecks der Busse noch ignorieren kann, ist das als Fußgänger unmöglich. Hat man davon genug, kann wieder ein Bus bestiegen werden, um z.B. das ehemalige königliche Schiff „Britania“ zu besichtigen.

P.S.: Bei der Ankunft am Campingplatz wird von Personal vor Fahrraddieben gewarnt, die nachts und am Tag (wenn man die Stadt besichtigt) zuschlagen. Das die Warnung nicht unbegründet war, musste am nächsten Morgen ein englisches Paar am Nachbarplatz feststellen. Beide Räder waren gestohlen.

Dunbar

Dunbar

Zufällig als erstes Ziel in Schottland ausgewählt haben sich Dunbar und der Campingplatz „Belhaven Bay Caravan Park“ als Glücksfall erwiesen. Dunbar liegt direkt an der Küste der Nordsee und der Campingplatz in fußläufiger Entfernung davon. Über einen größtenteils asphaltierten Weg entlang des Strandes, eines Golfplatzes und oberhalb der rauen Küste, kommt man gemütlich in 45 Minuten zu Fuß zum Hafen und dem Zentrum des Ortes.

Unterwegs kann man ein Robbenpaar beobachten, dass sich hier angesiedelt hat. Wer mit dem Fahrrad fahren möchte, muss vom Strandparkplatz ein kurzes Stück die Straße parallel zur Küste nehmen, um den Golfplatz zu umfahren.

Der Strand beginnt quasi direkt hinter dem Campingplatz. Trotzdem muss man einen Bogen laufen, um das Wasser zu erreichen. Je nach dem Stand der Gezeiten sind dann noch mehr oder wenige viele Schritte über den feinen Sandstrand nötig, ehe man sich in das Wasser stürzen kann. Ein Warmbader darf man dann aber trotzdem nicht sein. Wer es wärmer möchte, muss ins Hallenbad oberhalb des Hafens gehen. 

Der Campingplatz wird vom selben Betreiber wie der „Mortonhall“ in Edinburgh geführt, ist aber im Vergleich um Welten besser. Die Ausstattung ist moderner, die Anlage schöner und insgesamt ruhiger.  Dunbar ist ideal, um nach der langen Anreise in Ruhe in Schottland anzukommen.

John Lanchester „Die Mauer“

John Lanchester „Die Mauer“

Warum sollte man dieses Buch unbedingt lesen?

„Die Mauer“
John Lanchester

Weil hier zwei Themen aufgegriffen werden, die gerade mehr als nur aktuell sind, Umwelt und Ausgrenzung. In der momentanen Realität sind diese Themen vielen Menschen fast schon lästig. Im Buch beschreibt John Lanchester die Folgen aus britischer Sicht und verknüpft sie zwingend miteinander. Rund um Großbritannien steht eine Mauer. Jeder britische Bürger, ob Frau oder Mann, muss zwei Jahre Dienst auf dieser Mauer tun. Ziel ist es die „Anderen“ auf Leben und Tod am Überqueren der Mauer zu hindern. Die „Anderen“ sind die Menschen außerhalb dieser geschlossenen Welt, die vor allem aus Gründen der umgekippten Umwelt auf der Suche nach Überlebensräumen sind. Wer von den Bewachern der Mauer versagt und „Andere“ nicht aufhalten kann, wird auf einem Boot ausgesetzt und selbst zum „Anderen“. Alle Rechte sind verwirkt und es geht plötzlich ums Überleben in der völlig „anderen“ Welt. Wie soll solch eine Geschichte enden? Perfekt, wie der Autor hier die Kurve nimmt.

Linlithgow Palace mit dem Wohnmobil

Linlithgow Palace mit dem Wohnmobil

Linlithgow Palace ist das Geburtsschloss von Maria Stuart. und war lange der Wohnsitz der schottischen Könige. Es regnet in Strömen, als wir vor Ort sind und trotzdem ist dies eine beeindruckende Schlossruine. Ob Keller, Wendeltreppen, Turm oder Gänge und Räume – jeder Teil der Ruine ist kann individuell besichtigt werden.

Dabei gibt es in den Räumen nichts an Einrichtung zu sehen. Es ist das Flair, das auf den Besucher wirkt, wenn man durch die Etagen des Schlosses streift. Das ist auf jeden Fall keine Ruine von der „Stange“. Hier spürt man die vergangene Zeit regelrecht. Auch Kindern wird die Ruine sehr interessant näher gebracht. Sie bekommen mehrere Blätter mit Fragen, die nur durch Suchen und genaues Hinsehen gelöst werden können. Mit Feuereifer waren sie bei der Sache. Zwei Stunden verfliegen hier ganz schnell.