Ruthven Barracks mit dem Wohnmobil

Ruthven Barracks mit dem Wohnmobil

Unweit von Kingussie steht auf einem grünen Burghügel „Ruthven Barracks“. Die Ruinen sind sehr gut erhalten, obwohl sie schon 1746 zerstört wurden. Die Kaserne war eine von vier, die Anfang des 18. Jahrhunderts von den Briten zum Schutz vor den Jacobiten gebaut wurden.

Die Besichtigung macht insbesondere mit Kindern Spaß, der Eintritt ist frei und die Anlage ist nicht stark frequentiert. Hier kann man einmal (fast) allein sein. Der Umweg ist nicht der Rede wert. Die A9 muss nur kurz verlassen werden und das Parken am Fuße des Hügels ist auch für Wohnmobile kein Problem. Dieser Zwischenstopp lohnt sich.

Queens View

Queens View

Dieser herrlicher Aussichtspunkt am Loch Tummel wird „Queens View“ genannt. Der Ursprung ist nicht ganz klar. Eine Theorie lässt den Namen auf Königin Victoria zurückgehen, die auf der Durchreise an diesem landschaftlich wunderschönen Platz verweilte und sich von den Strapazen der Reise (und des Lebens) kurz erholte. Hier ist es besonders idyllisch, wenn man am Abend anhält, das Café ist geschlossen und die (kostenpflichtigen) Parkplätze sind verwaist. Der Blick über den Loch Tummel ist zu dieser Zeit auch ohne die idealen Lichtverhältnisse beeindruckend.

Die Gegend ist so ruhig, dass man gern mit dem Wohnmobil frei übernachten möchte. Leider stehen hier, wie auf den Waldparkplätzen der Umgebung, die bekannten Verbotsschilder. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt kommt man unweit der A9 an einem größeren Campingplatz vorbei. Den wollten wir schon ansteuern, entdeckten dann aber vom „Queens View“ unten am See Wohnwagen.

Diese standen auf dem Campingplatz „Ardgualich Farm“. Das ist ein einfacher Campingplatz, hat sich aber als ein landschaftlicher Hauptgewinn entpuppt. Wir sind spontan eine Nacht länger dort geblieben, um den Ausblick zu genießen und und etwas zu wandern. Ausgeschilderte Wanderwege in die angrenzenden Wälder beginnen unweit des Platzes.

Brit Stops

Brit Stops

Hinter Brit Stops verbirgt sich eine gute Idee. Unterwegs in Großbritanien, bieten kleine mittelständige Produzenten, Pubs, Farmen, Weingüter etc. für Wohnmobilreisende kostenfreie Stellplätze zum Übernachten an. Einzig für den jährlichen Erwerb des aktuellen Stellplatzführers fallen Kosten an. Derzeit sind das inkl. Porto 35 £. Das Buch ist dann zusammen mit einem Autoaufkleber quasi die Jahresvignette.

Wir wollten das Projekt auf unserer Fahrt nach Schottland ausprobieren. Die Ausstattung der Übernachtungsplätze ist unterschiedlich. Mit der Übernachtung ist keine Bedingung verknüpft. Vermutlich wird aber erwartet, dass man vor Ort kauft oder verzehrt. Es ist etwas schwierig anhand der Karten im Buch seinen aktuellen Standort zu bestimmen, um spontan nach einem Platz in der Nähe zu suchen. Eine GPS-App würde hier sehr helfen.

Wir haben auf zwei Parkplätzen an Pubs übernachtet. Das war vor Ort kein Problem und wir haben jeweils ruhig schlafen können. Allerdings war der erste Pub gerade beim abendlichen Schließen und der Zweite zwischenzeitlich für immer geschlossen.

Unser Fazit: Wir würden das gern noch einmal intensiver ausprobieren. Für wenige Zwischenübernachtungen kann man vermutlich aber auch ohne diese Buch vor jeder „Lokalität“ übernachten, wenn man vorher drinnen gegessen und gefragt hat.

Speyside mit dem Wohnmobil

Speyside mit dem Wohnmobil

Wer mit dem Wohnmobil in Schottland unterwegs ist, sollte unbedingt einen Abstecher in den Speyside planen. Dies ist eine geographische Region Schottlands, die ganz eng mit der Herstellung von Whisky verbunden ist. Ungefähr 50 Brennereien produzieren hier Whisky mit einer besonderen Charakteristik. In diesem Teil Schottlands möchte man längere Zeit mit dem Wohnmobil unterwegs sein.

Allein in Dufftown gibt es neun Whisky-Brennereien. Mit der Auswahl der Brennerei „Glenfiddich“ für eine Besichtigung macht man nichts falsch. Diese Brennerei wird wegen ihren Mühen, Besuchern den Whisky näher zu bringen, empfohlen. Der große Parkplatz bietet für Wohnmobile ausreichend Platz. Es gibt die Möglichkeit, zumindest bei der 1,5-Stunden-Basisführung, Kinder mitzunehmen. Das ist nicht überall möglich. Geführt wird in kleinen Gruppen. Die Basisführung reicht völlig, um einen Überblick über den Produktionsprozess der Herstellung von Whisky kennen zu lernen.

Am Ende dürfen die Erwachsenen noch den 12-, 15- und 18-jährigen Whisky probieren. Hierbei war es für mich gar nicht so einfach, den Geruchsinn für die Aufnahme der Aromen zu sensibilisieren. Der Grund dafür lag wenige Minuten zurück. Während der Tour durfte an verschiedenen Fässern gerochen werden, in denen unterschiedlich alte Whisky gereift sind. Besonders der „Duft“ aus dem Fass einer 45-jährigen Cherry-Reifung war ein lang andauerndes Geruchserlebnis. Aber Vorsicht, wer danach noch das Wohnmobil fahren muss. Auch in Schottland sind nur 0,5 Promille Blutalkohol erlaubt.

Zum Übernachten im Wohnmobil empfehle ich den Campingplatz „Speyside Gardens of Aberlour“ in Charlestown of Aberlour. Der Platz ist ruhig gelegen und gemütlich. Der Weg zwischen Dufftown und dem Campingplatz ist mit dem Fahrrad für halbwegs geübte Radfahrer kein Problem. Man fährt, immer mal wieder auf und ab, entlang von Fittich und Spey, oder auf dem kürzeren Weg entlang der Straße. Auch das Zentrum von Charlestown of Aberlour ist nur 2 km entfernt. Hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, die Brennerei „Aberlour“ und „Walkers Shortbread“. Dort wird das bekannte schottische Gebäck hergestellt und natürlich auch verkauft.

Fahrradfahren entlang der Spey und Geocachen in den umliegenden Wäldern – neben den Brennereien zwei weitere Gründe hier unbedingt anzuhalten.

Ullapool

Ullapool

Ullapool ist ein hübscher Ort, der wohl hauptsächlich wegen des kleinen Fährhafens mit Abfahrten nach Stornoway auf den äußeren Hebriden bekannt ist. Alles ist hier nah beieinander gelegen, Ort, Hafen und Campingplatz. Letzterer liegt direkt am Wasser. Wer günstig ankommt, steht phantastisch direkt in der ersten Reihe an der Wasserkante. Das hat was.

Die Luft schmeckt salzig. Die Fähre schwimmt zum Anfassen nah am Platz vorbei und die Sonnenuntergänge sind eine Wucht.

Einen sandigen Strand gibt es nicht, aber einem Strandspaziergang immer am Wasser entlang steht nichts im Weg. Unterwegs findet man immer wieder interessante Fotomotive.

Mitten im kleinen Ort steht eine auffällige Uhr. Diese wurde 1899 von John Fowler zur Erinnerung an seine vier gefallenen Söhne und Enkel errichtet.

Abends kommen die Midges. Die waren hier wirklich lästig.