Mit der Fähre nach Schweden

Mit der Fähre nach Schweden

Die Wartezeit am Einlass zum Fährhafen wird idealerweise genutzt, um frischen Kaffee zu kochen. In Thermobechern bleibt der dann auf jeden Fall eine gute Zeit heiß. Sechs Stunden Fährfahrt können ganz schön lang sein, wenn man damit keine Erfahrungen hat. Da es während der Überfahrt nicht gestattet ist zu den Fahrzeugen zu gehen, darf nichts vergessen werden.

Es gibt ihn, den idealen Platz an Bord, auf Deck 7, windgeschützt und überdacht. Für mich ist das der beste äußere Platz an Bord. Geht es dann los, durch die lange Hafenausfahrt von Warnemünde hinaus auf die Ostsee, kann man das von hier bei jedem Wetter  genießen. Es ist trotzdem immer nützlich, eine Jacke mit an Deck nehmen. Die Überfahrt drinnen verbringen zu müssen wäre doch ziemlich öde.

Übernachten in Glommen

Übernachten in Glommen

Rosendals Camping“ (N 56.57.376 und O 012.21.883) in Glommen – wenn ihr mal in der Nähe seit, dieser Platz ist durchaus zu empfehlen, einfacher Standard, vernünftiger Preis (275 SKr, inkl. Strom). Die Stellplätze auf den Wiesen sind unregelmäßig durch Hecken getrennt. In ca. 400 Meter Entfernung befindet sich ein sehr schöner Sandstrand.

Schöne Sandstrände scheint es hier nicht überall zu geben. Zumindest können wir bei einer Wanderung entlang der Ostsee keine weiteren wirklichen Strände mehr finden. Das alles freut uns besonders deshalb, weil wir auf unseren Anfahrt mehrere Campingplätze gesehen haben, die wir niemals anfahren würden. „Massencamperhaltung“ fällt mir dazu nur ein. Unmengen an Wohnwagen und Wohnmobilen auf engstem Raum, ohne Grün und Schatten. Wer stellst sich bloß auf solch einen Acker?

Fjällbacka, Vetterberg und die Schären

Fjällbacka, Vetterberg und die Schären

Überall in dem Gebiet nördlich von Göteborg breitet sich diese wundervolle, zerklüftete Schärenlandschaft aus. Sie besteht aus einer Vielfalt von durch Wind und Wasser glatt geschliffenen Felseninseln. Am besten kann man diesen Anblick natürlich von oben genießen und wir machen uns auf zum Vetterberg. Dieser ist sage und schreibe 76 Meter hoch. Bei solch einer Höhe steigt man natürlich nicht einfach auf, man klettert durch eine Schlucht nach oben. Die 200 Meter lange Schlucht Kungsklyftan war Drehort für den Film „Ronja Räubertochter“, den wir natürlich alle nicht gesehen haben. Über Holztreppen und wildes Gestein endlich oben, wird man mit einem herrlichen Blick über die Schären belohnt. Es ist müßig zu versuchen, diesen zu beschreiben. Das können nur Bilder. Man möchte seinen Schlafsack auszupacken und hier oben bleiben. Selbst die Geduld der Kinder ist hier oben sehr belastbar, aber leider trotzdem endlich.

Der Weg nach oben ist aus allen Richtungen möglich und überall gut ausgeschildert. Der Aufstieg durch die Schlucht und über die Leitern erfordert etwas Trittsicherheit. Wem das nicht (mehr) gegeben ist, muss nicht (ganz) auf die Eindrücke von oben verzichten. Entweder man umrundet den Berg rechts herum (Wasser rechts, Berg links) zu Fuß und hält sich dann immer links an die Straßen, die Richtung Berg führen, um auf diesen nach oben zu laufen, oder man umfährt den Berg links herum (Berg rechts), um dann die Straße rechts den Berg hinaufzufahren. In beiden Fällen führt oben ein Weg ins Gebüsch und schon ist man auf dem Berg. Für Rollstuhlfahrer gibt es allerdings keinen Zugang.

Auf den Vetterberg angekommen ist es einfach nur imposant und schön. Es ist eine Traum hier oben zu sein und die Blicke über die Weite der Schären schweifen zu lassen.

Schöne Plätze zum freien Stehen gibt es in dieser Gegend wohl keine. Auf einem Parkplatz unweit des Coop-Marktes stehen zwar einige Wohnmobile (gebührenpflichtig), aber schön und gemütlich ist das nicht. Unser Ziel ist „Fjällbacka Camping“. der Platz aber leider überfüllt. Ein Schild zeigt an, dass es unweit einen anderen Campingplatz gibt. Nach ungefähr 3 km Fahrt ins Hinterland finden wir den Campingplatz „Camp Asleröd“ (N 58.36.879 und O 011.18.685). Der ist auf den ersten Blick auch schon gut gefüllt und in der Tat bleibt uns für die erste Nacht nur ein „Notplatz“, aber wenigstens mit Strom und der Aussicht auf einen freien Platz am nächsten Tag. Der Campingplatz besteht aus großen Wiesen, umgeben von dichtem Wald, mit Bolz- und Spielplatz. Die Stellplätze für die Wohnmobile sind geschottert, gut für Regentage. Internet ist auf dem ganzen Platz verfügbar, kostet eigentlich 20 SKr/Tag (50 SKr für 3 Tage), aber nach einem netten Plausch bekommt man es auch gratis.

Man kann hier auch Zimmer mieten. Jedenfalls lassen die vielen Schuhe im Eingangsbereich zum Sozialtrakt darauf schließen. Wohlgemerkt, ein sehr sauberer und gut ausgestatteter Sozialtrakt. Es gibt eine große Küche und eine Art Esszimmer, wie es auf nordischen Campingplätzen guter Standard ist. Uns verwunderte es schon, dass alle beim Betreten des Sozialgebäudes ihre Schuhe im Eingangsbereich abstreiften und dann barfuß durch die Räume stapften – selbst auf die Toiletten. Fußpilz scheint in dieser Region nicht das Problem zu sein.

Wir haben die Schuhe angelassen. Auch auf den Fahrrädern, mit denen wir uns dann zu unserem eigentlichen Ziel, Fjällbacka, aufmachen. 2,5 km sind dafür zurückzulegen. Das ist ja nun wirklich nur ein Katzensprung.

Töcksfors – Paddeln auf dem Foxen

Töcksfors – Paddeln auf dem Foxen

Wir machen uns auf die Suche nach dem Platz „Sandvikens Camping“ (N 59.30.156 und O 011.51.346). Man macht nichts verkehrt, wenn man den Schildern mit dem Wohnwagen, Wohnmobil und Badeplatz folgt. Der Stellplatz kostet 200 SKr, inkl. Strom und Dusche. Es gibt aber keine Möglichkeit das Altwasser aus dem Wohnmobil abzulassen und Frischwasser per Schlauch nachzufüllen. Zumindest konnte uns die Wasserquelle hinter einem vorhandenen Schlauch nicht eindeutig als Trinkwasser bestätigt werden. Im Zweifel immer gegen die Wasserquelle!

Der Platz liegt direkt am Foxen terrassenförmig am Hang mit herrlichen Blick auf den See. Die Sanitäreinrichtung ist recht einfach, wird für uns aber wieder durch die Leihmöglichkeit von Kanus aufgewogen.

Wenn Töcksfors auch sonst nichts zu bieten hat, hier unten am See ist es wunderbar und auf jeden Fall einen Stopp Wert.

Der Himmel zieht sich zu und reißt wieder auf. Wir wissen noch nicht was gewinnt. Wir nehmen unser Kanu und schleppten es zu Wasser. Die drei jungen Mädels in der Rezeption sind auf ihren Sommerjob gut eingeschworen. Alles geht immer der Reihe nach. So dürfen wir nicht eines der vier Kanus nehmen, die sich schon seit gestern am Ufer langweilen. Nein, für uns ist das Boot Nr. 15 vorgesehen. Das liegt zwar auf der anderen Wegseite im „Regal“ ganz unten, aber Ordnung muss sein. Das kennen wir sonst nur aus der Heimat. Egal, wir schleppen! Hier kostet das Kanu pro Stunde 50 SKr, der Tagespreis liegt bei 200 SKr.

Auch wenn sich die Sonne heute nicht durchsetzen kann, ist es wieder herrlich. Nur wenige Paddler und einige Motorboote sindunterwegs, verlieren sich aber auf dem großen See. Wir sind fast allein. Das ungünstige Wetter lässt uns den Plan der Paddelroute ändern. Wir beschließen heute doch nicht den Töcksfors-Kanal, sondern den Foxen zu befahren. Somit ist auch klar, dass wir hier noch einmal her müssen.

Dann können wir eine neue Erfahrung machen, es fängt an zu regnen. Wir ziehen unsere Regenponchos über und betrachten sorgenvoll den immer dunkler werdenden Himmel. Umkehren oder weiter? Wir paddeln quer über den See und entdecken eine Hütte auf einer der Inseln. Wir landen an und finden eine der flachen Schutz- und Übernachtungshütten, samt Feuerstelle und Donnerbalkenhäuschen vor. Selbst eine Schaukel haben die Outdoor-Freaks gefertigt. Wir nehmen uns vor, bei einer späteren Schwedenreise die Schlafsäcke mit ins Boot zu nehmen und in einer dieser Hütten zu übernachten.

Der Regen wird immer stärker und wir sind froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Mittlerweile ist der Himmel rundum total grau. Nach vielleicht einer knappen Stunde, in einer Phase nachlassenden Regens, machen wir uns auf den Rückweg. Kaum 20 Meter auf dem Wasser, wird der Regen wieder stärker. Der See wird plötzlich ganz ruhig und die Regentropfen schlagen blasenbildend auf das Wasser.

Eine Wahnsinnsstimmung überkommt uns. Wir hören auf zu paddeln und lassen uns in der Stille einfach treiben. Nur das Aufschlagen der Tropfen auf dem Wasser und den Capes, die die Kinder wie Zelte über sich gezogen hatten, ist zu hören.

Töcksfors

Töcksfors

Unser Ziel ist Töcksfors am oberen Ende des Dalsland-Kanals und am Foxensee gelegen. Hier oben befinden sich die letzten beiden Schleusen des Kanals. Danach beginnt der angeblich malerischste Teil, der Töcksfors-Kanal, in dem man die Brücken noch selber öffnen müsste (was auch immer das für Kanufahrer bedeutet). Die meisten Wasserwanderer würden sich diesen Teil des Kanals entgehen lassen, was sehr schade wäre, haben wir gelesen.

Die Bezeichnung „Stadt“ hat Töcksfors nicht verdient und auch sonst hat dieser Ort keinen Grund für einen Besuch anzubieten. Er liegt ca. 5 km von der norwegischen Grenze entfernt und vermittelt in der Tat nur den Charme einer Grenzstation. Wer hier aber unbedingt, vielleicht auf der Reise von oder nach Norwegen, mal schnell noch übernachten muss, dem kann ich einen sehr geeigneten Übernachtungsplatz empfehlen. Dieser liegt zwar mitten im „Zentrum“ hinter einem Coop-Markt (N 59.30.599 und O 011.50.277), ist aber ruhig und wenige Meter entfernt gibt es sogar saubere Toiletten.

Ein Campingplatz ist aber auch nicht weit entfernt.