Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Meine Eigenleistungen – Teil 3

Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Meine Eigenleistungen – Teil 3

Fünf Werktage wurden von Caravan Metropol für die geplanten Arbeiten veranschlagt. An den drei ersten Tagen plante ich vor Ort mitzuarbeiten. Es gab gleich am Anfang eine Überraschung. Man muss eine Art Mietvertrag unterschrieben, der die Voraussetzung ist, hier überhaupt offiziell mitarbeiten zu dürfen. Darin heißt es, dass man eine stündliche Mietgebühr von 7 € zahlen muss. Das war mir im Vorfeld so nicht erklärt wurden. In der Summe kann ich mit meinem Eigenanteil an Arbeiten aber immer noch eine Menge Arbeitsleistungen der angestellten Handwerker sparen, die mich pro Stunde 70 € gekostet hätten. Man muss dazu wissen, dass sich jeder (also auch ich) an einer Art Stechuhr ein- und ausloggt, wenn an (m)einem Auto gearbeitet wird. Damit ist transparent, wie viel Arbeitszeit (m)einem Projekt gewidmet wurde.

Die Art der Arbeiten, die man übernehmen darf, beschränken sich auf Demontage- und Reinigungsarbeiten. Verständlich, denn für alles Montierte wird ja Garantie übernommen. Alles Demontierte muss  von altem Dichtmittel und Kleber gereinigt werden. Davon wurde überall sehr viel verwendet. Man lernt dabei eine Menge über zu verwendende Reinigungsmittel und Tricks zum schnelleren Entfernen von klebrigen Dichtmaterialien. Man wird beim Arbeiten nicht angetrieben, unterliegt keinerlei Leistungsdruck und hat genügend Zeit, dem Fortgang der Arbeiten ausreichend Aufmerksamkeit zu widmen. Auch ist es jederzeit möglich Dinge und Techniken zu hinterfragen.

Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Die Reparatur der Wasserschäden – Teil 2

Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Die Reparatur der Wasserschäden – Teil 2

In der Werkstatt von Caravan Metropol wird zuerst wird alles abmontiert, was die Erreichbarkeit der betroffenen Bereiche behindern könnte. Das sind Kederschienen, Stoßfänger, Zierleisten und Dichtungen. Danach sieht das Wohnmobil schon mal ganz anders aus, erlaubt aber quasi einen Blick hinter die Kulissen. Gleichzeitig wächst der Berg der Aufgaben, die auf mich warten (Meine Eigenleistungen).

Der Fortgang der Arbeiten bietet immer wieder Blicke auf das feuchte Elend unter der Außenhaut. Mancher Holzbereich sieht wirklich übel aus. Umso erstaunlicher ist das handwerkliche Geschick der Mitarbeiter von Metropol. Langsam wird die Außenhaut von der Holzunterkonstruktion gelöst. Das feuchte Holz wird dann in Teilen herausgesägt.

Unter dem Fahrzeug bildet sich dabei ein Berg aus faulen Holzabfällen. Die neuen Holzteile werden passgenau zugeschnitten, holzschützend behandelt und ersetzen die entstandenen Fehlstellen nahezu perfekt.

Manch Erstaunliches wird bei den Arbeiten sichtbar. So sind Rahmen von Versorgungstüren ohne einen Holzrahmen darunter einfach im Styropor befestigt. Das ist natürlich so keine gute Lösung. Nun wird dafür ein Holzrahmen gebaut und eingeklebt. Das ist quasi eine nachträgliche Mangelbeseitigung. Die Erkenntnis daraus: Man sieht Wohnmobilen von außen nicht an, wo die Hersteller gespart oder gar gepfuscht haben.

Das Beseitigen von Wasserschäden ist eine aufwendige Geschichte und kostet nicht wenig. Das ist bitter und man ist versucht, preiswerte Angebote in Anspruch zu nehmen. Preiswert wurde es in meinem Fall in der Vergangenheit dadurch, dass ohne vorherige Demontage von hinderlichen Fahrzeugteilen, das feuchte Holz von unten entfernt wurde. Das aber nur, soweit es erreichbar war. Dann wurde dieser Bereich mit Bauschaum ausgeschäumt und am Ende ein Blech darüber geklebt. Danach hat man noch alles mit einem abdichtenden Anstrich versehen und schon war die verbliebene Feuchtigkeit wunderbar gefangen und konnte weiteres Unheil anrichten.

Hier wird ganz anders gearbeitet. Kann von außerhalb irgendein feuchter Punkt nicht erreicht werden, wird halt von innerhalb versucht an die Quelle des Übels zu kommen. Notfalls muss dafür die Toilette demontiert werden.

Sind alle schadhaften Bereiche lokalisiert und repariert, werden abgelöste GFK-Flächen mit Bootskleber wieder an den Wänden befestigt und bis zum Aushärten fixiert.

Danach werden alle freien Holzteile mit einem speziellen Anstrich versehen, der das erneute Eindringen von Wasser verhindern soll.

Abschließend kommen alle demontierten Zierleisten, Kederschienen und Stoßblenden wieder an ihren Platz und werden „zugesiegelt“. Das bedeutet, alle Spalten und Übergänge werden elastisch abgedichtet.

Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Die Vorgeschichte – Teil 1

Was tun bei Wasserschaden am Wohnmobil? Die Vorgeschichte – Teil 1

Das Heimtückischste, was einem Wohnmobil oder Wohnwagen passieren kann, ist ein Wasserschaden. Meist lange unbemerkt, ist er bei seiner Enttarnung oft schon weit fortgeschritten. Die Reparatur ist eine extrem komplexe Geschichte. Man kann das Problem selbstverständlich selbst beheben. Aber dafür braucht man einen überdachten Stellplatz, viel Zeit und vor allem Ahnung. Beauftragt man eine Werkstatt, wechselt ein mehr oder weniger hoher Betrag den Besitzer. Hier gilt ganz besonders, ein kleiner Preis ist nicht unbedingt das Beste für die Zukunft des Wohnmobils.

Ich unternehme gerade den dritten Versuch, die Wasserschäden an den vier Ecken des Aufbaus beseitigen zu lassen. Für den Ersten beauftragte ich eine Wohnmobilfachwerkstatt. Für die Arbeit an einer Ecke, verlangte diese ungefähr 1000 € und gab mir dazu den Rat, das Fahrzeug zu verkaufen. Ich folgte dieser Empfehlung nicht, sondern beauftragte eine kleine Familienfirma für Fahrzeugkarosserie mit Erfahrungen im Wohnwagenaus- und Umbau. Für die Ecken zwei und drei wurde ich um die 600 € los. Ich bekam dazu die Aussage, Ecke vier wäre nicht betroffen.

Dann sah ich auf der Reisemesse in Dresden einen Infostand der Firma Caravan Metropol, nahm einen Prospekt mit und recherchierte im Internet.

Neugierig geworden, folgte ein Besuch in deren Werkstatt nahe Bautzen, verbunden mit einer Feuchtigkeitsprüfung. Das Ergebnis ‚erfüllte‘ meine Erwartungen: Wasserschäden! Dafür ist einer der Chefs dieser Firma mit mir um, in, unter und auf mein Wohnmobil geklettert. Jede aufgezeigte Problemstelle wurde in einem Protokoll festgehalten, dass ich jederzeit nachvollziehen konnte. Anschließend kam es zu einem Planungs- und Kalkulationsgespräch, in dessen Ergebnis ich ein Angebot in den Händen hielt.

Wieder ging es um eine Menge Euro, aber das erste Mal hatte ich ein gutes Gefühl hinsichtlich eines positiven Ergebnisses. Zum einen war das ein Rundumpaket. Hier sollte nicht nur ein Stück faules Holz aus einer feuchten Wohnmobilecke ersetzt werden. Hier wollte man dem Übel auf den Grund gehen und vorbeugend wirken. Besonders interessant fand ich, dass man bei den Arbeiten dabei sein könne – am Tag mitarbeiten und nachts im eigenen Wohnmobil in der Werkstatt schlafen. Das bietet die Möglichkeit zu schauen, was die Handwerker so tun und die Gelegenheit Dinge zu lernen, die man sich selbst bisher vielleicht nicht einfach zu tun gewagt hat. Das klingt in etwa wie hospitieren bei einer OP am eigenen Wohnmobil.

Ich bin nachhause gefahren, habe darüber nachgedacht und zugesagt.

Eric Vuillard „Die Tagesordnung“

Eric Vuillard „Die Tagesordnung“

Warum sollte man dieses Buch unbedingt lesen?

„Die Tagesordnung“
Eric Vuillard

Mit gewaltiger Sprache geschrieben, kann man auf 118 Seiten lesen, wie am 20. Februar 1933 die Größen von Krupp, Opel, BASF, Siemens, Allianz und andere Großindustrielle, bei einem Geheimtreffen mit Adolf Hitler bereitwillig ihre Geldbörsen öffnen und damit dafür sorgen , dass all das Elend über Europa kommen kann. An dieser Praxis der Finanzierung der Politik hat sich bis heute nichts geändert. Dieses Buch mit seinen bildhaften Beschreibungen zu lesen, ist das reinste Vergnügen. Es wurde völlig zu Recht mit dem französischen Literaturpreis ausgezeichnet.

Mit dem Wohnmobil nach Potsdam

Mit dem Wohnmobil nach Potsdam

Potsdam mit dem Wohnmobil ist idealerweise auch gleich Potsdam mit dem Fahrrad. Die Lage der Stadt im Grünen und entlang der Havel verlangt geradewegs danach und Fahrradwege sind überall in der Stadt zu finden. Neben Sanssouci und anderen kulturhistorischen Bauten gibt es hier auch mit Kindern viel zu entdecken.

Ganz oben steht dabei der Filmpark Babelsberg. Das ist quasi ein Rundumpacket für groß und klein. Über Außendrehplätze einer aktuellen Daily Soap, Kulissen vergangener Filme, die Technik der Maskenbildner bis zu einer spannenden Stunt-Show – der Tag geht ganz schnell vorbei. Wer mag, kann auch einen 4D-Film erleben.

Nicht oft wird in einer großen Stadt eine Schwimmhalle mit Sport- und Familienbecken quasi mitten im Zentrum errichtet. Direkt am Hauptbahnhof, natürlich auch mit dem Fahrrad prima zu erreichen, findet man das „blu – Sport- und Freizeitbad“. Das ist für die Kinder prima als Belohnung für einen Ausflugstag geeignet.

Zum Übernachten bietet sich ein Platz am Volkspark Potsdam an. Auf einem Parkplatz am Gelände der Bundesgartenschau 2001 befinden sich mit hohen Hecken eingezäunte Bereiche, in denen Wohnmobile wunderbar kostenfrei stehen können (GPS 52.419370° 13.049658°). Es fehlen zwar Möglichkeiten für Ver- und Entsorgung, für einige Tage ist das aber kein Problem. Direkt daneben beherbergt ein großes Gebäude die „Biosphäre Potsdam“. Vom Stellplatz sind es mit dem Fahrrad an die Havel und ins Stadtzentrum nur Katzensprünge.